Natur

Erhalten der Biodiversität – 
ein Entwicklungspotenzial für die Kleinbauernkultur Nepals




Nepal ist das wohl reichste Land der Erde, was die Vielfalt der Pflanzenarten angeht. Die vielen Klimazonen dehnen sich von ca. 300 Höhenmetern bis in hochalpine Flächen aus. Dadurch hat die Natur eine ungeheuer vielfältige Biodiversität im nepalesischen Himalaya hervorgebracht. Diese ist der größte Reichtum des Landes.

Seit Jahrhunderten kultivieren zudem Kleinbauern zahllose Reissorten in den unterschiedlichsten Höhenlagen. Von Region zu Region haben sich über Jahrhunderte von kleinbäuerlicher Praxis klimaangepasste Reissorten zu einem der wichtigsten Reis-Genpools der Erde entwickelt. Leider ist dieser Reisvarietätenreichtum durch konventionellen Anbau und Reissorten mittlerweise fast komplett verdrängt worden.

Durch das ungedämmte Bevölkerungswachstum wurden große natürliche Waldflächen in kleinbäuerliche Agrarflächen verwandelt. Armutsbedingt wird dadurch ein immenser Druck auf verschiedene Waldpflanzenarten ausgeübt.

Im Süden Nepals verlangen 400 Millionen mittelständische Inder nach ayurvedischen Rohstoffen für Konsumzwecke. Indische Händler kaufen jährlich ungeheure Mengen an wildgesammelten Rohstoffen von nepalesischen Händlern, die die nepalesische Dorfbevölkerung auffordern, ausbeutenden Raubbau in den einheimischen Wäldern zu betreiben. Hemmungslos wird durch diese Art der Wildsammlung armutsbedingt alles abgerissen, ohne an die Zukunft zu denken. Auf diese Weise gehen immer mehr einheimische Pflanzen- und Kräuterarten verloren. Insbesondere ayurvedische Heilpflanzenarten sind davon betroffen, aber auch Pflanzen aus besonderen Höhenlagen.

Die Ayurveda benutzt ca. 1250 Pflanzenarten, wovon 400 Arten meistgebraucht sind. Davon sind mittlerweile gut 200 Arten bedroht. Manche sind geschützt, aber der armutsverursachte Raubbau geht auch im Rahmen der Illegalität ungebändigt weiter. Auch angesichts der Klimaveränderung verschärft sich diese Sachlage zusätzlich. Saisonale Niederschlagsrhythmen sind im Umbruch und Regenmengen steigern und fördern Erosionschäden.

Kurz, die Biodiversität des nepalesischen Himalayas ist durch Bevölkerungswachstum, Armut, konventionelle Agrarmethodik und Klimawandel stark gefährdet.

Im Rahmen der Entwicklungsprojekte von ‚OneWorld a learning center‘ werden große Biozonen geschaffen, wo die reiche Biodiversität des Himalaya Schutz durch ökonomischen Fortschritt der dort lebenden kleinbäuerlichen Gesellschaften findet.

Waldflächen werden auf nachhaltige Wildsammlung und Agrarflächen auf Demeter(Bio)-Anbau umgestellt sowie international anerkannt zertifiziert. Durch die Vermarktung der Qualitätsprodukte in westlichen Bio-Märkten können Kleinbauern durch die Kultivierung und den Schutz von gefährdeter Biodiversität gesunde Einkommen erzielen, sich besser ernähren und aus der Armut befreien. So werden armutsbedingte Raubbauer zu überzeugten Ökologen, die ihre Ressourcen für ihre Nachkommen erhalten und stolz darauf sind dies zu tun. Dies ist der einzige wirklich funktionierende Weg wie Biodiversität in der Natur selbst erhalten werden kann.



Bio-Anbau im Chepang – Projekt in Zusammenarbeit mit der deutschen Welthungerhilfe e.V.



Hier wird Aufforstung mit Demeter- und Bioanbau für Ernährungssicherheit und Einkommensgenerierung bei dem vom Aussterben bedrohten Stamm der Chepang umgesetzt.